Schulsozialarbeit wird neu lanciert


EVP-​Stadtrat Daniel Steiner-​Brütsch nimmt einen neuen Anlauf für Schul­so­zi­al­ar­beit in Lan­gen­thal und for­dert ein ent­spre­chen­des Pilotprojekt.

Hauch­dünn war eine Motion zur Ein­füh­rung der Schul­so­zi­al­ar­beit vom Lan­gen­tha­ler Par­la­ment im Som­mer 2012 über­wie­sen wor­den. Es war für die Befür­wor­ter aller­dings ein Erfolg von nur kur­zer Dauer. Schon im Früh­jahr 2013 nutz­ten die nach den Gemein­de­wah­len 2012 gestärk­ten Bür­ger­li­chen die Gunst des Augen­blicks und for­der­ten den Ver­zicht auf das Vor­ha­ben. Mitte-​links stimmte geschlos­sen gegen den Antrag, das bür­ger­li­che Lager geschlos­sen dafür.

Seit­her ist das Thema Schul­so­zi­al­ar­beit in Lan­gen­thal an sich kei­nes mehr gewe­sen. Geht es nach dem Wil­len von Daniel Steiner-​Brütsch, soll sich dies nun aber ändern. Der EVP-​Stadtrat bringt das schuler­gän­zende Ange­bot, das Kin­der, Jugend­li­che, Lehr­per­so­nen und Eltern glei­cher­mas­sen unter­stüt­zen soll, erneut aufs Tapet: In einer Motion for­dert er den Gemein­de­rat auf, ein Pilot­pro­jekt für Schul­so­zi­al­ar­beit zu lancieren.

«Die Mehr­heits­ver­hält­nisse haben sich nach den letz­ten Wah­len sicher wie­der etwas zuguns­ten der Schul­so­zi­al­ar­beit ver­än­dert», räumt der Motio­när offen ein. Auf den Links-​rechts-​Konflikt soll die Debatte dies­mal aber nicht redu­ziert wer­den. «Das wäre dem Thema ein­fach nicht ange­mes­sen», fin­det Stei­ner. Bewusst habe er die Motion des­halb als Ein­zel­per­son ein­ge­reicht und gleich­zei­tig eine durch­wegs offene For­mu­lie­rung gewählt. Ein Pilot­pro­jekt für Schul­so­zi­al­ar­beit. Das ist alles, was Stei­ner verlangt.

«Die Gemein­den im Kan­ton ent­schei­den selbst, ob und in wel­chem Umfang sie Schul­so­zi­al­ar­beit anbie­ten wol­len», hält er in sei­nem Vor­stoss fest. Für ihn muss es denn auch nicht zwin­gend die klas­si­sche Form mit einem fest ange­stell­ten Sozi­al­ar­bei­ter sein. So ver­weist Stei­ner expli­zit auch auf die Gemein­den Rogg­wil und Wynau, die die­sen Früh­ling gemein­sam mit Aar­wan­gen das Pro­jekt «Scho­kito» lan­ciert haben. Es ist eine Koope­ra­tion der regio­na­len Kin­der– und Jugend­fach­stelle Tokjo und der Schoio-​Familienhilfe in Lan­gen­thal und umfasst zwei Ange­bote: Einer­seits sind Ver­tre­ter bei­der ­Fach­stel­len ein­mal wöchent­lich mit einem Wohn­wa­gen vor Ort auf den Schul­hausarea­len der drei Gemein­den. Ande­rer­seits kommt in Rogg­wil und Wynau zusätz­lich zu die­sem Basis­an­ge­bot für die Kin­der und Jugend­li­chen eine gezielte Unter­stüt­zung durch die Fach­leute auch für die Lehr­per­so­nen und die Schul­lei­tung hinzu. Den Lehr­per­so­nen und Schul­klas­sen werde so bei Bedarf eine unter­stüt­zende und lösungs­ori­en­tierte Beglei­tung und Bera­tung im Schul­all­tag ange­bo­ten, hält Stei­ner fest. Und fin­det: Basie­rend auf den Erfah­run­gen von Rogg­wil und Wynau könnte sich allen­falls die Mög­lich­keit eröff­nen, in Lan­gen­thal eben­falls ein Pilot­pro­jekt in Koope­ra­tion mit der Jugend­fach­stelle und der Fami­li­en­hilfe zu konzipieren.

Immer­hin habe sich die Schul­so­zi­al­ar­beit in den letz­ten Jah­ren stark zu eta­blie­ren ver­mocht im Kan­ton Bern, ver­weist Stei­ner auf den im April ver­öf­fent­lich­ten Reporting­be­richt der Erzie­hungs­di­rek­tion. Von den Gemein­den mit mehr als 1000 Schul­kin­dern bie­ten gemäss dem Bericht der­zeit nur Lan­gen­thal und Langnau keine Schul­so­zi­al­ar­beit an. Vier Jahre nach der letz­ten Par­la­ments­de­batte im März 2013 sei es des­halb nicht falsch, erneut über das Thema zu diskutieren.

Motion «Pilot­pro­jekt für Schulsozialarbeit»