EVP Oberaargau mit neuer Präsidentin

Der erneuerte Vorstand der EVP Region Oberaargau

Die EVP Region Oberaargau hat an ihrer Hauptversammlung den Parteivorstand erneuert und die Parolen für die Abstimmungen vom 14. Juni 2015 gefasst.

Mit der Wahl der 51-jährigen Grossrätin und Gemeinderätin Christine Grogg-Meyer kann das Präsidium der EVP Region Oberaargau nach einer fünfjährigen Vakanz wieder besetzt werden. In dieser Zeit wurde die EVP-Regionalpartei interimistisch von Daniel Steiner-Brütsch (Langenthal) geführt.

Die neue EVP-Regionalpräsidentin ist Primarlehrerin, diplomierte Bäuerin und Co-Leiterin einer Therapeutischen Wohngemeinschaft. Als Nachfolgerin des aus beruflichen Gründen zurückgetretenen Daniel Steiner-Brütsch rutschte Christine Grogg-Meyer im November 2014 ins Berner Kantonsparlament nach. Seit 2010 sitzt Christine Grogg-Meyer zudem im Gemeinderat von Thunstetten-Bützberg und ist Vizepräsidentin der Sozialkommission Aarwangen. Schliesslich war sie mehrere Jahre in der Schulkommission tätig und leitete drei Jahre lang die Vormundschaftsbehörde von Thunstetten-Bützberg.

Daneben wurde Margrit Hofer-Zumbrunn neu in den Parteivorstand gewählt. Die 60-jährige Kindergärtnerin, diplomierte Betagtenbetreuerin und Sozialarbeiterin FH ist seit 2014 Gemeinderätin von Lotzwil. Zuvor war Margrit Hofer-Zumbrunn während acht Jahren Mitglied der Schulkommission von Lotzwil.

 

Die Mitglieder der EVP Region Oberaargau haben auch die Parolen für die Abstimmungen vom 14. Juni 2015 gefasst:

  • Einstimmig abgelehnt wird die Vorlage zur Fortpflanzungsmedizin und Gentechnologie im Humanbereich (Präimplantationsdiagnostik). Die Oberaargauer EVP-Mitglieder sind gegen ein Instrument der Selektion, bei dem zwischen wertvollem und minderwertigem Leben unterschieden wird. Mit der Präimplantationsdiagnostik werde zudem ein weiterer Schritt hin zur schrankenlosen Fortpflanzungsmedizin und Gentechnik gemacht.
  • Demgegenüber wird die von der EVP mitgetragene Erbschaftssteuerinitiative (bei 2 Enthaltungen) klar befürwortet. Weil in der Schweiz Riesenvermögen steuerfrei an die Nachkommen vererbt werden könnten, nehme die Vermögenskonzentration ständig zu. Eine Erbschaftssteuer auf hohe Vermögen, wie sie die Initiative vorsieht, gebe dieser für die Gesellschaft schädlichen Entwicklung Gegensteuer. Kleinere und mittlere Erbschaften würden zudem nicht besteuert, damit die unteren und mittleren Gesellschaftsschichten weiterhin Vermögen bilden könnten.
  • Mit einer knappen Mehrheit (10 Ja, 8 Nein, 2 Enthaltungen) wird die Stipendieninitiative befürwortet. Die EVP-Mitglieder sind mehrheitlich der Meinung, dass alle Studierenden die gleichen Chancen für eine höhere Ausbildung erhalten müssten, unabhängig vom finanziellen Hintergrund und Wohnort.
  • Schliesslich wird die Änderung des Bundesgesetzes über Radio und Fernsehen (RTVG) - entgegen der Parole der EVP Schweiz - knapp abgelehnt (6 Ja, 9 Nein, 5 Enthaltungen). Kritisch wird einerseits die Billag als Erhebungsstelle für Radio- und Fernsehgebühren betrachtet. Andererseits würden es die EVP-Mitglieder befürworten, vor der Einführung einer Mediensteuer zuerst den Leistungsauftrag der SRG zu diskutieren und festzulegen.