25.08.2011 | Mitwirkung Agglomerationsprogramm Langenthal

Regionale Geschlossenheit ist gefordert

Die EVP unterstützt den vorliegenden Entwurf des Agglomerationsprogrammes Langenthal und erachtet das Programm als ausgezeichnete und zielgerichtete Grundlage, um Bundes- und Kantonsgelder für Grossprojekte zu erhalten.

  • Obwohl der Perimeter des Agglomerationsprogramms lediglich das Gemeindegebiet von Langenthal umfasst, haben die darin enthaltenen Kernaussagen und Massnahmen Auswirkungen, die weit über den Perimeter hinausgehen und die Region Oberaargau betreffen. Es ist deshalb wichtig und entscheidend, dass das Programm von der gesamten Region Oberaargau getragen und unterstützt wird. Der Oberaargau muss gegenüber den entscheidenden Behörden ein geschlossenes Auftreten an den Tag legen und ein unmissverständliches Signal der Unterstützung im Sinne von „Das wollen wir!“ aussenden. Eine nächste Gelegenheit, entsprechende Geschlossenheit zu zeigen, ergibt sich bei der Beratung der Kreditvorlage zur Sicherstellung der Finanzierung anlässlich der kommenden Sitzung des Langenthaler Stadtrates.
  • Das Herzstück des Agglomerationsprogramms Langenthal, der Entwicklungsschwerpunkt (ESP) Bahnhof Langenthal, geht auf einen EVP-Vorstoss im Langenthaler Stadtrat (Motion Steiner Reto (EVP) und Mitunterzeichnende vom 27. März 2006 betreffend zukunftsgerichtete Weiterentwicklung des Bahnhofareals) zurück. Die EVP ist natürlich erfreut, dass der von ihr initiierte Auftrag zur Erarbeitung einer klaren Vision für die Entwicklung des Bahnhofgebietes nun diesen konkreten Stand erreicht hat und hofft, dass der Bahnhof Langenthal als regionale Drehscheibe des öffentlichen Verkehrs in den nächsten Jahren zu einer Visitenkarte für die Stadt wird. Die Partei unterstützt deshalb sämtliche Bestrebungen der Stadt Langenthal, für die öffentlichen Gebiete des ESP Bahnhof Langenthal (v.a. Bahnhofpassage und die beiden Bahnhofplätze) konkrete Schritte zur Umsetzung, d.h. Projekterarbeitungen, einzuleiten. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang, dass die attraktive Ausgestaltung der Bahnhofpassage von zentraler Bedeutung für den Erfolg der Verbindung der beiden Teile Langenthals sein wird.

Zu weiteren Kernaussagen und Massnahmen im Agglomerationsprogramm Langenthal äussert sich die EVP wie folgt:

  • Die Verbesserung des Zugangs zur Bahn durch die Gewährleistung der Kette MIV-öV – insbesondere für die Regionsgemeinden ohne genügende öV-Anbindung – muss höchste Priorität haben: Die im Agglomerationsprogramm vorgeschlagene Massnahme, P+R-Anlagen beim Bahnhof Langenthal auszubauen (Massnahme V-KM 1.1), hat nicht nur eine wichtige Bedeutung für die Stadt Langenthal, sondern v.a. auch eine entscheidende verkehrspolitische Funktion für die Region. Die EVP fordert deshalb, dass der Kanton Bern der Stadt Langenthal (als Einzelstadt definiert) die vorgesehene P+R-Anlage als Sonderfall zugesteht und das Vorhaben somit aktiv unterstützt.
  • Die Stadt Langenthal ist umgeben von grünen Rändern, die in engem Austausch mit der Stadt stehen. Die äussere Landschaft hat einen hohen Naherholungswert und dient gleichzeitig der Landwirtschaft. Der „grüne Ring“ als einzigartiges Qualitätsmerkmal Langenthals muss – trotz wachsender Bevölkerungszahlen – erhalten bleiben und ein wichtiges Thema der weiteren Stadtentwicklung sein.
  • Um zukünftig benötigten Wohn- und Arbeitsraum bereitstellen zu können und um den städtischen Siedlungscharakter zu verstärken, muss eine Siedlungsentwicklung nach innen (massvolle Siedlungsverdichtung) angestrebt werden. Die EVP wünscht, dass in diesem Entwicklungsprozess nicht die Erstellung von (teuren) Pendlerwohnungen im Vordergrund steht, sondern dass die Qualitätsmerkmale Langenthals als Stadt der kurzen Wege (enge Verzahnung zwischen Wohnen, Arbeiten und Versorgen in städtischer Atmosphäre) und als familienfreundliche Stadt erhalten bleiben und weiterentwickelt werden.
  • Der Grundsatz der massvollen Siedlungsverdichtung soll einerseits im zukünftigen Siedlungsrichtplan verankert werden. Andererseits schlägt die EVP vor, entsprechende Massnahmen im Agglomerationsprogramm stärker zu gewichten: Die Massnahmen S-3.2, S-4.3, S-4.4, S-4.5, S-5.2 sollen (wie bereits die Massnahmen S-3.1, S-4.1, S-4.2 und S-5.1) Priorität A erhalten. Insbesondere das Markthallenareal und das Porzi-Areal müssen aufgrund ihres grossen (teilweise ungenutzten) Potenzials einen zentralen Platz in der zukünftigen Gesamtstadtentwicklung einnehmen und weiterentwickelt werden (vgl. auch die Parlamentarischen Erklärungen der EVP/glp-Fraktion vom 25. Oktober 2010 betreffend die Weiterentwicklung des Areals Markthalle).
  • Die EVP unterstützt die Handlungsprämisse, den Verkehr auf verkehrsorientierte Strassen zu lenken und siedlungsorientierte Strassen vom Durchgangsverkehr freizuhalten und zu beruhigen. Dementsprechend sollen Massnahmen, welche das Stadtzentrum vom Durchgangsverkehr freihalten bzw. den Langsamverkehr attraktivieren, stärker gewichtet werden: Sämtliche Massnahmen im Bereich V-LV 2 (Umgestaltung Haupt- und Nebenstrassen zu Gunsten Langsamverkehr) sollten somit Priorität A erhalten.

Die vollständige EVP-Mitwirkungseingabe zum Agglomerationsprogramm Langenthal finden Sie hier.